Ausgelagertes Denken
KI-Tools beeinflussen die kritische Denkfähigkeit negativ.
Überblick
Niemand muss sich noch eine Telefonnummer merken – das Smartphone übernimmt. Menschen lagern Denkaufgaben aus, um bessere Ergebnisse zu erzielen. Durch den vermehrten Einsatz von KI-Tools, werden immer mehr Denkprozesse ausgelagert. Diese Tools haben das Potenzial Denkprozesse kreativer und effizienter machen. Gleichzeitig wachsen die Risiken von ausgelagertem Denken, wenn Menschen sich zu sehr auf technologische Hilfen verlassen. Hier entsteht eine kognitive Schuld, wenn generiertes Wissen nicht reflektiert und verstanden wird.
Studien zeigen in diesem Zuge einen deutlich negativen Zusammenhang von kritischem Denkvermögen und dem Einsatz von KI-Tools. Besonders jüngere Nutzer:innen verlieren demnach Problemlösekompetenz. Forscher:innen betonen deshalb, dass diese Risiken bei der Einführung von KI in Schulen, Universitäten und Unternehmen unbedingt mitgedacht werden müssen.
Fast 85 % der KI-generierten Arbeitsergebnissen müssen etwa zwei Stunden nachgearbeitet werden.
Havard Business Review, 2025Durch KI-Tools sinkt die eigene Problemlösekompetenz, KI-Ergebnisse zu integrieren.
Carnegie Mellon University & Microsoft Research, 2025Signale, die wir sehen
Kognitive Faulheit – Der Schatten von KI-Tools
KI-Tools wie ChatGPT verbessern die Ergebnisse bei strukturierten Aufgaben wie Essays, allerdings ist ihr Einsatz hinderlich für tieferes Lernen. In einer britischen Studie haben Proband:innen, die ChatGPT genutzt haben, deutlich weniger kritisch ihre Ergebnisse reflektiert und eher die KI nach Feedback gefragt.
KI verändert wie wir sprechen
In einer Studie des Max-Plack-Instituts für Bildungsforschung warnen die Forscher:innen davor, dass die Delegation von Entscheidungen an KI, unethisches Verhalten fördern kann. Laut den Studienmacher:innen schaffen KI-Tools eine Distanz zwischen Mensch und Handlung, die unehrliches Verhalten fördert.
Einige Teenager sprechen lieber mit KI-Chatbots als mit Menschen
Eine Umfrage hat ergeben, dass 19 Prozent der befragten Teenager zwischen 11 und 19 im Vereinten Königreich es „einfacher“ finden, mit Chatbots zu sprechen als mit Menschen.
Was heißt das für uns?
Handlungsfelder
für die ARD
- Wie kann die ARD KI-Tools einsetzen, ohne Produktivität und kritische Denkfähigkeit einzubüßen?
- Wie können analytische Fähigkeiten und Problemlösekompetenz im KI-Zeitalter gefördert werden?
- Welchen Return of Investment können KI-Tools liefern?
- Hilft KI-Kompetenz beim Verhindern von Workslop-Ergebnissen?