Content-Flut
KI überschwemmt Feeds, Suchmaschinen und digitale Plattformen mit Inhalten – echte Beiträge gehen zunehmend unter.
Überblick
Content-Flut beschreibt die stark wachsende Menge an Inhalten, die sich in Feeds, Suchmaschinen und Plattformen ausbreitet. KI-Videos, KI-Texte und automatisierte Accounts vermehren sich rasant. Reale, kuratierte Inhalte verlieren an Sichtbarkeit. Mehrere Entwicklungen treiben diesen Trend: Generative KI senkt Produktionskosten und beschleunigt und vereinfacht die Content-Erstellung. Neue Tools verwandeln Texte in Podcasts oder Fotos in Videos. Gleichzeitig informieren sich junge Zielgruppen immer mehr über einen zunehmend KI-generierten Newsfeed auf Social-Media-Plattformen.
Für Medienakteur:innen intensiviert sich der Wettbewerb. Chancen entstehen durch neue Formate und zielorientiertere, strategischere Produktion. Risiken wachsen durch Desinformation, unklare Herkunft und die Gefahr, dass zentrale Wertschöpfung sich weiter von klassischen Medienanbietern weg verlagert. Wie Plattformen Kennzeichnung und Regulierung von KI langfristig umsetzen, bleibt offen.
Über 50 % der 18–24-Jährigen nutzt wöchentlich Social Media als Informationsquelle; ca. 35 % davon nennen sie als wichtigste News-Quelle.
Digital News Report 2025, Reuters Institute54 % der PR-Fachleute aus D und CH erwarten in Zukunft eine drastische Content-Flut durch KI-generierte Texte, Bilder und Videos.
PR-Trendmonitor 2025, news aktuell und PERSignale, die wir sehen
Plattform verwandelt Texte in Podcasts
Mithilfe der KI-gestützten Plattform Podcraftr können Nutzer:innen Textinhalte wie Blogbeiträge, E-Mail-Newsletter und Schulungsmaterialien in Podcasts verwandeln. Sie suchen sich dafür eine virtuelle Person und ihre Stimme aus oder lassen die KI ihre eigene Stimme imitieren.
AI-Slop als Geschäftsmodell
KI ermöglicht extrem billige Massenproduktion von Content, der primär auf Werbeeinnahmen, SEO-Manipulation und algorithmisches Engagement zielt. So entsteht ein profitabler Slop-(Schrott-)Markt, der Qualität zugunsten skalierbarer Aufmerksamkeitsausbeute verdrängt.
KI-Modell macht statische Fotos lebendig
Alibaba hat mit „Wan2.2-S2V“-GameCraft“ ein Open-Source-KI-Modell entwickelt, das aus einem einzelnen Foto und einer Tonaufnahme ein lebendiges Video mit sprechenden und singenden Figuren erzeugt. So entstehen Videos, die wie echte Aufnahmen wirken.
Was heißt das für uns?
Handlungsfelder
für die ARD
- Wie kann sichergestellt werden, dass verlässliche Inhalte in einer KI-dominierten Umgebung weiterhin sichtbar bleiben?
- Wie kann KI-Nutzung dabei helfen, dass echte (journalistische) Inhalte sichtbar bleiben?
- Welche Inhalte sollten selbst produziert und welche können automatisiert werden, ohne die Qualität zu verwässern?
- Welche Themen/Formate sind besonders resistent gegen die Content-Flut?
- Wie kann die ARD ihre Markenidentität in der Content-Flut so schärfen, dass ihre Inhalte sich klar durchsetzen und wiedererkennbar bleiben?