Trend

KI-Skepsis

Nach dem ersten Hype wächst Kritik an KI.

Stand: Januar 2026

Überblick

Nachdem sich 2024 bereits die Schimpfwörter „AI Slop“ und „Clanker“ in den sozialen Medien etabliert haben, wächst die Ablehnung von generativer KI in Teilen der Nutzer:innenschaft weiter.

Wesentlicher Aspekt ist dabei die Erkenntnis, dass hinter den kurzfristigen Erfolgen durch generative KI langfristige soziale Kosten stecken, die sich zunehmend in Studien und Recherchen zeigen. Dazu gehören unter anderem ausbeuterische Methoden bei der Bereinigung von KI-Trainingsdatensätzen im Globalen Süden, systematische Urheberrechtsverletzungen und der Ausbau von Atomkraft zur Deckung des Energiebedarfs von Datenzentren. Diskutiert werden auch die negativen mentalen und psychosozialen Auswirkungen der selbstbewussten Sprache von KI-Chatbots. Vom Anteil synthetischer Medien an der Content-Flut ganz zu schweigen.

Innerhalb von zwei Wochen werden bei Suno so viele Songs generiert, wie der gesamte Spotify-Katalog umfasst.

Suno-Pitchdeck via Billboard, 2025

43 % der Befragten vertrauen nachrichtlichen Informationen weniger, wenn KI bei der Erstellung (Datenanalyse o. Ä.) eingesetzt wurde

Trusting News, 2025

Signale, die wir sehen

Grafische Aufbereitung des Spotify-Logos

„Spam-Musik“ auf Spotify

Spotify gab bekannt, dass sie im Jahr 2025 über 75 Millionen KI-generierte „Spam-Songs“ aus ihrer Musikdatenbank entfernt haben. Die Plattform geriet unter Druck, nachdem ihr vorgeworfen wurde, mit KI-generierter, lizenzfreier Musik in Playlists die Auszahlungen von Lizenzgebühren an Musiker:innen zugunsten der eigenen Gewinne umgehen zu wollen.

Quelle: newsroom.spotify.com

Teaser-Grafik des Labels

„Not by AI“ und „No AI“-Bewegungen

Digitale Künstler:innen schließen sich immer häufiger zu „No AI“-Bewegungen zusammen. Sie versehen ihre Arbeit mit Labels analog der Creative Commons-Idee, um einerseits das menschliche Handwerk hervorzuheben und andererseits ihre Ablehnung der Nutzung ihrer Arbeit als Trainingsdaten zu kommunizieren.

Quelle: notbyai.fyi

Digitale Darstellung des Kernkraftwerks mit blau leuchtenden Akzenten, die die Energieerzeugung und technologische Elemente in einem Drahtgittermodell zeigt.

Meta sichert Atomstrom für 20 Jahre

Um den zunehmenden Energie-Bedarf von generativer KI abzudecken, hat Meta (Facebook, Whatsapp, Instagram, Threads, Oculus) einen Vertrag mit dem US-Versorger Constellation Energy mit 20 Jahren Laufzeit abgeschlossen. Meta erhält die gesamte Stromproduktion eines Atomkraftwerks in Illinois. In dem Bundesstaat befinden sich mehrere Datenzentren von Meta.

Quelle: sustainability.atmeta.com

Was heißt das für uns?

Handlungsfelder
für die ARD

  • Wie stellen wir sicher, dass der Einsatz von KI für den ÖRR nicht zum Glaubwürdigkeits- und Vertrauensrisiko wird?
  • Wie balancieren wir intern KI-Kritik mit den eigenen Bestrebungen, KI-Prozesse weiter voranzutreiben?
  • Wie fließt KI in Jahres- und Nachhaltigkeitsberichte ein?

Äußere Kräfte,
die einwirken

Künstliche Intelligenz Omnikrise Soziale Ungleichheit Nachhaltigkeit Energieverbrauch Nutzungsakzeptanz