Paralleler Medienkonsum
Mediales Multitasking fördert die Fragmentierung von Inhalten und Mechanismen zur Zerstreuung.
Überblick
Die ständige Verfügbarkeit diverser Endgeräte und Contents führt zu Medien-Multitasking und immer kürzeren Aufmerksamkeitsspannen. Apps und Anbieter reagieren mit dauerhaft blinkenden Benachrichtigungen, die dringenden Handlungsbedarf suggerieren, und mit Belohnungsmechanismen, um uns permanent am Swipen und Scrollen zu halten.
Dynamische und fragmentierte Medienerlebnisse wie YouTube Shorts oder TikToks zahlen auf unsere neue Vorliebe für leicht verdauliche, snackartige Sequenzen ein. Die Herausforderung besteht darin, das richtige Maß zu finden zwischen der Fülle an verfügbaren Informationen und der Fähigkeit, diese reflektiert zu verarbeiten – und auch mal abzuschalten.
Rund 60 % der 14- bis 49-Jährigen nutzen TV und Internet parallel.
Media Activity Guide, 2024.Popsongs sind heute rund 20 Sekunden kürzer als noch in den 1980er Jahren.
Samsung Studie, 2021.Signale, die wir sehen
Sludge Content als ultimative Antwort
Mit Sludge-Content hat sich ein Genre herausgebildet, das Multimedia-Konsum mittels Split-Screen direkt in einem Kanal ermöglicht. Creator Fabi Rommel lässt so die seriöse Tagesschau auf schnelllebige TikTok-Sehgewohnheiten treffen.
Alles kann ein Screen sein
Immer mehr Endgeräte integrieren Content direkt in unsere Umgebung. So hat Schott ein Glaskeramik-Kochfeld entwickelt, in das sich hochauflösende TFT-Displays optimal integrieren lassen, um neben dem Kochen Entertainment oder Rezepte zu streamen.
Shoppen ohne Show-Stopper
Am häufigsten wird neben dem TV-Konsum online geshoppt. Um Nutzer:innen im eigenen Channel zu halten, produzieren NBC Universal und TalkShopLive einkaufbare Livestreams mit Celebrities. So wird der Kaufprozess Teil des Entertainments.
Was heißt das für uns?
Handlungsfelder
für die ARD
- Wie kann man die Nutzer:innen in Zeiten von Aufmerksamkeits-ökonomie erreichen, auch ohne psychologische Tricks?
- Wie können Content-Snippets plattformübergreifend in anderen Kontexten und Containern ausgespielt werden?
- Können Kurzformate dem Auftrag gerecht werden? / Muss man achtsamen Medienkonsum fördern?