Closed Communities
Algorithmen und KI-Content treiben Nutzer:innen auf alternative Plattformen.
Überblick
Die großen Netzwerke wie Facebook und Instagram verlieren an Bedeutung, weil algorithmusbasierte Feeds, gesponsorte Posts und KI-Content die Sichtbarkeit von „echten“ Kontakten in der Timeline einschränken. Vor allem junge Nutzer:innen fühlen sich entfremdet und wechseln zu privateren Kanälen wie Discord, Quora und Messenger-Apps, in denen Marken und Big Tech weniger Einblick und Einfluss haben.
Spezialisierte Communities rund um nischige Themen und von Creator:innen getragene Interaktion entstehen und entwickeln eigene kulturelle Codes, die das Zugehörigkeitsgefühl abseits des Mainstreams stärken. Plattformen wie Substack, Patreon oder auch OnlyFans ermöglichen es Creator:innen, die Beziehung zu ihrem Publikum selbst zu „besitzen“ und Inhalte auch mit kleinen, loyalen Followergruppen zu monetarisieren.
74 % der Befragten sind der Meinung, dass Social Media den sozialen Charakter verloren hat.
LTK Creator Marketing Trends Report, 202550 % der Gen Z und Millenials suchen nach alternativen Räumen für Gemeinschaft und Austausch.
LTK Creator Marketing Trends Report, 2025Trend-Herkünfte
Signale, die wir sehen
Social Media wie sie sein sollten
Die Hamburger NYZZU-Gründer:innen Nina Lindenblatt und Kai Afflerbach wollen Schluss machen mit Filterblasen, algorithmischer Willkür und dem Selbstwertdruck durch Likes. Sie setzen auf echte Verbindungen abseits vom manipulativen Design der Tech-Giganten und bieten einen geschützten Raum für alle Generationen, inklusive Gruppenfunktion.
Universität für die Creator Economy
Die Syracuse University hat das erste US-amerikanische Center for the Creator Economy gegründet, das im Frühjahr 2026 eröffnet werden soll. Ziel ist es, Studierende mit Fähigkeiten für Karrieren als Streamer:innen, Influencer:innen oder Podcaster:innen auszubilden, aber auch mit BWL und Finanzwesen vertraut zu machen. Ergänzt wird das Angebot um Mentoring-Programme und Startup-Inkubatoren.
Fellowship des SWR und Mastodon
Social Media neu denken: Das SWR x Lab und das Media Lab Bayern untersuchen aktuell in Kooperation mit Mastodon die Potenziale des dezentralen Feediverse für den öffentlich-rechtlichen Journalismus. „Reinvent Social Platforms“ will Ideen zur Optimierung von Social Media für Journalismus sammeln.
Was heißt das für uns?
Handlungsfelder
für die ARD
- Wie können neue Interaktionsmöglichkeiten für kreative Markenkommunikation genutzt werden?
- Wie kann man in sicheren digitalen Räumen und mit ehrlichem Austausch die Bindung zum ÖRR steigern?
- Können wir in den Nischen neue Zielgruppen erreichen?
- Müssen wir eigene, von Big Tech unabhängige Plattformen zum Austausch bieten?
- Wie können wir in unserem Programm Creators einbinden, fördern oder aufbauen?