Trend

Dezentrale Personalisierung

Vereinbarkeit von Personalisierung und Datenschutz auf Endgeräten.

Stand: Januar 2026

Überblick

Der Anspruch an eine Hyperpersonalisierung, mit der jede:r Nutzer:in ein annähernd individuelles Nutzungserlebnis hat, stößt in der Praxis noch an Grenzen. Einerseits haben insbesondere Nutzer:innen im europäischen Markt durch die Cookie-Praxis ein erhöhtes Privatsphärenverständnis. Andererseits ist die Zusammenführung von Nutzer:innendaten äußerst aufwendig.

In diesem Kontext findet ein Paradigmenwechsel zur dezentralisierten Personalisierung statt: Algorithmen und Datenmodelle, die lokal auf dem Gerät der Nutzer:in mit deren Daten optimiert werden, anstatt mit entfernten Servern zu kommunizieren und somit zu einem schnelleren und vor allem datenschutzkonformen Nutzungserlebnis führen sollen.

Ca. 50 % der Befragten geben an, dass sie frustriert sind, wenn Marken-Interaktionen nicht personalisiert sind.

IBM, 2025

Bis 2030 wird mit einem jährlichen Wachstum von on-device AI um ca. 30 % gerechnet.

Grandreviewresearch.com, 2025

Signale, die wir sehen

Schematische Darstellung des dezentralen KI-Modell-Trainings

Datenschutz mit föderaler Struktur

Das Hamburger Startup Flower Labs entwickelt einen föderalen Ansatz zum Training von Daten-Modellen, die nicht zentral feinjustiert werden, sondern auf den Geräten der Nutzer:innen selbst. Anschließend gelangen nur die Modelle, nicht aber die Nutzer:innendaten auf einen zentralen Server, und werden zu einem globalen Modell zusammengeführt.

Quelle: flower.ai

Screenshot eines KI-Chats mit dem lokalen KI-Modell

Lokale KI auf dem privaten Endgerät

Die Generierungs-Qualität von lokalen, Open Source Small Language Models steigt kontinuierlich. LiquidAI ist ein Startup, das mit genau dieser Art von LLM verspricht, KI-Interaktionen direkt auf dem Endgerät und mit geringerem Energieverbrauch zu ermöglichen.

Quelle: liquid.ai

Darstellung von zwei Smartphones mit Datenbeispielen, die ContextSDK erkennt

Datenschutzkonforme Kontext-Erkennung

Das in Wien gegründete Startup ContextSDK bietet Entwickler:innen eine Bibliothek an, um Nutzungskontexte bei App-Verwendung zu erkennen. Damit können optimierte Angebote on-device und datenschutzkonform ausgespielt werden.

Quelle: contextsdk.com

Was heißt das für uns?

Handlungsfelder
für die ARD

  • Wie können wir Algorithmen und algorithmische Entscheidungen für Nutzer:innen transparent und nachvollziehbar gestalten?
  • Welche Nebeneffekte haben Algorithmen, die sich auf den Geräten selbst optimieren?
  • Welche Formen der Personalisierung werden so ermöglicht, welche behindert?
  • Wie gestaltet man sozial und ökologisch nachhaltige algorithmische Systeme?

Äußere Kräfte,
die einwirken

Personalisierung Künstliche Intelligenz Datenschutz-Verordnungen Big-Tech-Regulierung Medienethik Energieverbrauch