Kollaborative Kreation
Zusammenarbeit über den eigenen Tellerrand hinaus ist ein Gewinn für alle.
Überblick
Kollaborative Kreation ist in der agilen Arbeitswelt von zentraler Bedeutung: von der Arbeit in interdisziplinären Teams über geteilte Ressourcen bis hin zur Co-Creation mit Konsument:innen, Communities oder gemeinnützigen Organisationen. So können Ideen entstehen, auf die eine Partei alleine wahrscheinlich gar nicht gekommen oder die in der eigenen Organisation strukturell gar nicht denkbar gewesen wären. Ein Gewinn für alle Beteiligten!
Sogar die Zusammenarbeit mit der eigenen Konkurrenz, z. B. privaten Medienunternehmen, kann bei der Entwicklung von Formaten und Produkten von Vorteil sein, wenn es darum geht, Innovationen voranzutreiben, neue Zielgruppen anzusprechen und neue Strukturen zu etablieren. Und: Eine solche Zusammenarbeit stärkt das Vertrauen, was wiederum die Grundlage für langfristige und gewinnbringende Partnerschaften sowie eine strategisch sinnvolle Transformation des eigenen Unternehmens sein kann.
Bis zu 69 % höher liegt die Chance auf Weltmarkt-Neuheiten für Unternehmen, die mit der Wissenschaft kooperieren.
ZEW, 202590 % der etablierten Unternehmen sehen in Startups wichtige Innovationspartner.
Startup-Verband und Accenture, 2025Trend-Herkünfte
Signale, die wir sehen
WhatsApp erlaubt Chats mit anderen Messengern
WhatsApp-Nutzer:innen in der EU können seit kurzem direkt mit Nutzer:innen anderer Messenger chatten. Mit diesem Feature kommt der Betreiber Meta einer Anforderung aus dem EU-Gesetz über digitale Märkte (DMA) nach. Allerdings klappt das Ganze bisher erst mit einigen wenigen Anbietern – und auch nur auf bestimmten Handys.
„Taco Bell“ bietet von Kund:innen kreierte Gerichte an
Die US-Fast-Food-Kette „Taco Bell“ führt das „Fan Style Menu“ ein: Aus mehr als 40.000 Vorschlägen wurden drei von Fans kreierte Gerichte ausgewählt, die für eine begrenzte Zeit in der App und an den Kiosken des Unternehmens bestellbar sind. Die Beteiligung von Kund:innen an der Produktentwicklung ist ein bewährtes Mittel, um die emotionale Bindung an eine Marke zu fördern.
Zusammenarbeit statt Rechtsstreit: „Suno“ und Warner Music kooperieren
Die Warner Music Group (WMG) erlaubt User:innen der KI-Musikplattform „Suno“ seit Ende 2025, legal Songs mit Stimmen der von ihnen vertretenen Künstler:innen wie Ed Sheeran oder Dua Lipa zu erzeugen. Die Künstler:innen behalten die Kontrolle und werden für die Nutzung vergütet. Eine Klage gegen „Suno“ hat die WMG zurückgezogen.
Was heißt das für uns?
Handlungsfelder
für die ARD
- Wie können Nutzer:innen, Creator:innen und Communities aktiv an der Entwicklung neuer Formate beteiligt werden? Welche strukturellen Veränderungen braucht es dafür in den LRA?
- Welche neuen Fähigkeiten benötigen Mitarbeiter:innen, wenn Co-Creation zur Regel wird?
- Welche Rolle kann die ARD in einem nachhaltigen Medienökosystem einnehmen und mit wem sollte sie dafür kooperieren?
- Wie kann kollaborative Kreation helfen, Produktionsprozesse, Archive und Workflows im Sinne der digitalen Transformation sinnvoll, wirksam und nachhaltig weiterzuentwickeln?